Tag der Arbeit in Marl

Grenzkontrollen in Marl?!

Grundrechte für alle, Frieden in Europa, Reisefreiheit – all das scheint für uns selbstverständlich! Der Bezirksjugendausschuss (BJA) des IG BCE Bezirks Recklinghausen hat sehr bildhaft aufgezeigt, wie es wäre, wenn wir NUR auf den letzten dieser Punkte verzichten müssten.

 „Europa. Jetzt aber richtig!“ – Auch in Marl ging es traditionell am 1. Mai auf die Straße.
Um 10:15 Uhr startete der Demonstrationszug an dem SPD-Bürgerbüro an der Victoriastraße. Begleitet vom Spielmannszug König Ludwig lief dieser zum Bürgerbad Loemühle. Dort angekommen wurde der Demonstrationszug vom BJA des IG BCE Bezirks Recklinghausen in Empfang genommen. Doch hier hieß es zunächst einmal Schlange stehen, denn der BJA führte Grenzkontrollen durch. Der Platz der Kundgebung war abgesperrt - ohne einen EU-Pass war hier kein Durchkommen. Da der BJA aber natürlich für Solidarität und Zusammenhalt in Europa eintritt, erhielten dann nach und nach alle Teilnehmer*innen der Demonstration einen EU-Pass, mit dem sie auf den Kundgebungsplatz durchgehen durften.

Dominik Bauchrowitz

Jugend Bildrecht: Dominik Bauchrowitz

In ihrer Rede erklärte Nina Strojek, die stellvertretende JAV-Vorsitzende der Evonik Industries AG – Gemeinschaftsbetrieb Marl, dass die EU viele gute Dinge erreicht habe – aber auch, dass man sich nun nicht „zurücklehnen und zusehen“ könne, da es noch viel zu tun gäbe.

„Europa muss sozialer und arbeitnehmerfreundlicher werden.

Es gibt immer noch zu wenige sichere und gut bezahlte Jobs, denn die Globalisierung nutzt bisher vor allem den Konzernen, nicht den Menschen. Für manche würde die Lösung jetzt wohl: „Kein Europa“ heißen. Für uns lautet die Lösung vielmehr: Mehr Europa. Ein solidarisches Europa.

Anna Cannavo

1. Mai Bildrecht: Anna Cannavo

Wir brauchen ein soziales und gerechtes Europa, dass sich endlich um ALLE kümmert. Ein Europa das sich um diejenigen kümmert, die eventuell den Anschluss verloren haben, […]. Ein Europa, dass die Schere zwischen Arm und Reich schließt, statt sie immer weiter aufzureißen.

Wir fordern europaweite Mindeststandards beim Arbeitsschutz, beim Gesundheitsschutz, bei der sozialen Absicherung und – für junge Menschen besonders wichtig – bei der Ausbildung. Die Ausbildung muss in ganz Europa besser werden!

Europa muss endlich ein Kontinent der guten Industriearbeit werden!“

Die IG BCE Jugend stellt klar heraus: Es gibt keine Antworten von rechts auf die soziale Frage! und nur soziale Gerechtigkeit hält die Gesellschaft zusammen. Deshalb bedarf es einem Europa OHNE nationale Grenzen!

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